Adare Manor Resort

Golfreisen

Ryder Cup 2027 in Adare Manor: Irland feiert das 100 – Jahr – Jubiläum

Der letzte Ryder Cup endete mit einem europäischen Auswärtssieg in New York, den kaum jemand für möglich gehalten hätte. Die nächste Ausgabe führt das Duell zurück nach Europa: Vom 13. bis 19. September 2027 gastiert der Ryder Cup in Adare Manor im irischen County Limerick, und zwar zum 100-Jahr-Jubiläum des Wettbewerbs. Für Schweizer Golferinnen und Golfer ist das die naheliegendste Gelegenheit seit Rom 2023, das Turnier mit einer eigenen Golfreise zu verbinden.

Was im September 2025 in Bethpage passierte, wird in Irland noch lange nachhallen. Europa gewann den 45. Ryder Cup mit 15:13, nachdem das Team nach zwei Tagen einen Rekordvorsprung von sieben Punkten herausgespielt hatte und den USA in den Einzeln beinahe noch die grösste Aufholjagd der Turniergeschichte gelungen wäre. Shane Lowry sicherte mit einem geteilten Match gegen Russell Henley die Titelverteidigung, Tyrrell Hatton legte den halben Punkt zum Gesamtsieg nach – der erste europäische Erfolg auf amerikanischem Boden seit 2012.

Beide Kapitäne für 2027 stehen bereits fest. Luke Donald führt das europäische Team zum dritten Mal in Folge an und könnte in Adare Manor als erster Kapitän drei Siege hintereinander holen. Auf amerikanischer Seite übernimmt Jim Furyk, der die USA bereits 2018 in Le Golf National betreute und damit als neunte Person mehrfach US-Kapitän wird. Seine Ausgangslage ist unbequem: Ein Auswärtssieg ist den Amerikanern seit 1993 nicht mehr geglückt.

Prestige statt Preisgeld

Der Reiz des Ryder Cups liegt darin, dass es nichts zu verdienen gibt. Gespielt wird um eine kleine goldene Trophäe und um den Rest des Jahrzehnts Gesprächsstoff. Seit der ersten offiziellen Austragung 1927 hat sich der Anlass zum wichtigsten Mannschaftsturnier des Golfsports entwickelt, obwohl er lange ziemlich einseitig verlief. Zwischen 1935 und 1973 setzte sich die britische Auswahl nur ein einziges Mal durch. Erst die Verstärkung durch irische Spieler ab 1973 und die Öffnung für ganz Kontinentaleuropa ab 1979 machten aus dem Schaulaufen ein echtes Duell.

Gespielt wird nicht im Zählspiel, sondern im Lochspiel. Über drei Tage stehen 28 Partien an: am Freitag und Samstag je vier Foursomes und vier Fourballs am Vormittag und am Nachmittag, am Sonntag die zwölf Einzel. Wer eine Partie gewinnt, holt einen Punkt, bei einem Unentschieden gibt es je einen halben. Steht es am Ende 14:14, behält der Titelverteidiger den Cup. Die Herausforderer brauchen deshalb 14½ Punkte. Für 2027 heisst das: Europa reist mit dem kleinen, aber entscheidenden Polster nach Limerick.

Die Kapitäne bestimmen Paarungen und Reihenfolge, ohne zu wissen, wen die Gegenseite aufstellt. Genau daraus entstehen die Momente, die den Sonntag so unberechenbar machen – und die Diskussionen, die danach über Wochen weitergehen.

Adare Manor und der Südwesten Irlands

Adare Manor liegt rund eine halbe Autostunde südwestlich von Limerick, in einem Dorf mit reetgedeckten Häusern und einem viktorianischen Herrenhaus als Hotel. Der Parklandkurs am Fluss Maigue wurde von Tom Fazio grundlegend überarbeitet und 2018 wiedereröffnet; seither hat er unter anderem den JP McManus Pro-Am beherbergt. Es ist kein Links, sondern ein weiches, sattgrünes Layout mit viel Wasser und breiten Sichtachsen – ein Platz, der sich für Zuschauermassen gut eignet.

Für Golfreisende ist die Lage fast wichtiger als der Platz selbst. Shannon ist der nächstgelegene Flughafen, und Adare ist ein kleines Dorf, weshalb Unterkünfte im gesamten Südwesten für diese Woche früh ausgebucht sind. Wer schon dort ist, spielt sinnvollerweise ein paar Tage vor oder nach dem Turnier die Klassiker der Region: Ballybunion, Lahinch, Waterville, Tralee und Doonbeg liegen in vertretbaren Fahrdistanzen. Diese Kombination aus Turnierbesuch und Linksgolf ist der eigentliche Grund, weshalb sich die Reise nach Irland auch dann lohnt, wenn man nicht an allen drei Matchtagen auf dem Gelände steht.

Tickets: Der Ballot ist durch

Der Weg zu Tageskarten führte 2026 über ein Losverfahren. Nach einem exklusiven Vorverkaufsfenster für Bewohnerinnen und Bewohner Irlands ab dem 24. April öffnete der weltweite Ballot am 3. Juni, und er schloss am 29. Juni 2026; eine Tageskarte für einen Matchtag kostet 499 Euro. Der Ballot ist inzwischen abgeschlossen, die Bewerbungen werden bearbeitet, und alle Teilnehmenden werden per E-Mail über das Ergebnis informiert. Wer erfolgreich war, sollte das Postfach im Auge behalten, denn die Karten werden automatisch der hinterlegten Zahlungskarte belastet.

Falls es nicht geklappt hat, bleiben ticketinklusive Pakete offizieller Anbieter. Zwei Hinweise sind dabei wichtig: Nur über offizielle Kanäle bezogene Tickets werden am Eingang akzeptiert, und Unterkünfte sollte man erst dann definitiv buchen, wenn der Zutritt gesichert ist.

Und danach? 2029 kehrt der Ryder Cup nach Hazeltine National in Chaska, Minnesota, zurück, 2031 wird in Camiral an der Costa Brava gespielt, 2033 im Olympic Club in San Francisco. Spanien dürfte für Schweizer Fans die entspannteste Anreise der kommenden Jahrzehnte werden. Bis dahin ist Irland an der Reihe, und dort geht es nicht nur um zwölf gegen zwölf, sondern um eine Woche Golf in einer Landschaft, die man ohnehin einmal gespielt haben sollte.

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