Ein Hoch auf die Azoren

26. April 2019

Ein Hoch auf die Azoren

Das Azorenhoch kennen alle, die Vulkaninseln im Atlantik aber die wenigsten. So sind die zwei hervorragenden und ganz unterschiedlichen Plätze auf der Hauptinsel São Miguel praktisch leer.

Die Azoren sind vor allem bekannt als eine Art «Wetterküche». Hier braut sich zusammen, was Hoch oder Tiefdruck hergeben, und das Ergebnis zieht dann ab nach Europa. 1600 Kilometer sind es bis zum Festland von Portugal, da hat das Azorenhoch die Azoren schon längst verlassen, wenn es bei uns für Schwimmbadwetter sorgt. Auf den Azoren wechseln sich Sonne, Nebel und Regen innert kürzester Zeit ab, klassische Badeinseln sind sie deshalb nicht. Es gibt fast keine weissen Sandstrände, sondern vor allem nicht ganz so feines Vulkangestein aus gemahlener Lava, die dunkel am Meer liegt, als hätte jemand tonnenweise Kaffeepulver ausgeschüttet. Trotzdem bade ihr 73-jähriger Vater noch immer jeden Tag im Atlantik, erzählt Pilar Melo Antunes. Sie stammt aus einer alten Azoren-Familie und soll als Golf-Chefin dafür sorgen, dass mehr internationale Gäste die insgesamt drei Plätze auf der Inselgruppe besuchen. «Das Wetter können wir nicht ändern, aber dafür ist es bei uns im Sommer nicht zu heiss und im Winter nicht zu kalt», fügt sie an.

Grüner «Geheimtipp»

Noch vor dem wechselhaften Wetter fällt einem auf, wie grün die Insel ist. Alte Steinmauern trennen die Felder, die Bewohner von São Miguel leben in erster Linie von der Landwirtschaft, und es heisst, es gebe mindestens so viele Kühe wie Menschen auf der grössten der neun Azoren-Inseln. Gut 250 000 Leute leben in der autonomen Republik von Portugal, der Tourismus kommt als Einnahmequelle erst an fünfter Stelle. Dank neuen Ryanair-Direktflügen von London besuchen etwas mehr Gäste die Atlantik-Inseln. Von der Schweiz aus ist Umsteigen, etwa in Lissabon, nötig. «Wir arbeiten an einer direkten Anbindung an die Schweiz, aber das benötigt wohl noch etwas Zeit», sagt Karin Hassler, die mit ihrer Firma Golf Butler die Azoren seit kurzem als «Geheimtipp» für Genuss-Golfer verkauft. Tatsächlich waren die insgesamt 45 Löcher der beiden Plätze Furnas und Batalha bei unserem Besuch praktisch ohne Golfer. Eigentlich schade, denn beide bieten ein ganz spezielles, wenn auch total unterschiedliches Golfvergnügen. Das Gemeinsame: Man hört ausser ein paar Vögeln einfach nichts, sei es auf dem genau 80-jährigen flachen Furnas-Parcours oder auf den 27 Löchern des Campo de Golfe da Batalha in den Bergen über dem Hauptort Ponta Delgada.

27-Loch Top-Golf

Batalha, ausgestattet mit allen Übungseinrichtungen und einem grossen Clubhaus, wurde 1996 mit den 18 Löchern der Kurse A und B eröffnet. Acht Jahre später kamen nochmals neun Bahnen als Abschnitt C dazu, auch diese wurden designt von Cameron & Powell. Klar sind die Bunker aus Vulkansand. Dieser ist eher hart, macht aber nur einen Teil der Schwierigkeiten des anspruchsvollen Platzes mit vielen Doglegs, teilweise riesigen, oftmals erhöhten Greens und deutlichen Steigungen aus. Hier lohnt sich ein Cart. Statt nach den Aufstiegen stark zu schnaufen, kann man sich an der grandiosen Aussicht auf den Atlantik freuen.

Am «gemütlichsten» ist der Start auf dem Abschnitt A. Dort hat es mehr Platz, und die Runde beginnt mit einem nicht allzu langen Par 5, wobei der zweite Schlag über einen grossen Teich führen soll. Die beiden anderen 9-Loch-Schlaufen eröffnen gleich mit dem jeweils schwierigsten Loch. Auf der Score-Karte sehen die Distanzen der Par 4 mit 370 und 350 Metern ab Gelb nicht besonders eindrücklich aus. Schaut man aber ans Ziel weit oben, ist man oft froh, mit dem dritten Schlag auf dem Grün zu sein. Hier war schon mehrfach die LET-AccessTour zu Gast. Anders als die weiblichen Profigolfer müssen sich die Touristen aber nicht um das Score kümmern, sondern können sich speziell auf den Bahnen «B6» und «B8» über die sensationelle Aussicht aufs Meer freuen.

Driving Range auf Bahn 15 …

Ohne Blick auf den Atlantik, aber mit etwas mehr Wasserhindernissen zeigt sich der zweite Platz der Insel. Nur zehn Minuten von den bekannten Thermalquellen von Furnas entfernt, wurden die ersten neun Loch des Furnas Golfclubs bereits 1936 von McKenzie Ross gebaut und die zweiten neun von Cameron & Powell fünfzig Jahre später vollendet. Der praktisch flache, aber spannende Golfplatz verläuft inmitten tropischer Vegetation, dies vielfach an den inzwischen für die Azoren typischen japanischen Sicheltannen vorbei. Der alte Platz ist deutlich kürzer, aber aufgrund der relativ engen Bahnen und der vielen Bäume nicht ganz einfach zu spielen. Dazu kommen kleine, aber brutal ondulierte Greens. Ein Teil der Wasserhindernisse ist bei unserem Besuch trocken, auffallend auch die kleinen «Mini-Krater» am Rand einiger Fairways.

Ganz speziell ist auch die Driving Range: Gleich neben dem Abschlag der Bahn 15 ist etwas Platz abgesteckt. Der Korb mit fünfzig Bällen kostet 6 Euro und damit zehn Mal so viel wie ein Espresso im lokalen Kaffee. Die gelben Bälle werden nach Gebrauch möglichst wieder eingesammelt; angesichts der wenigen Gäste (und bloss 200 ! Mitgliedern im gemeinsamen Club) ist auch dies hier kein Problem. Wichtiger als lange Drives ist hier sowieso ein gutes kurzes Spiel, und dieses lässt sich gleich neben dem Clubhaus sehr gut üben. Allerdings sind die Putting-Grüns um einiges «harmloser» als die «Gugelhöpfe» der meisten Bahnen. Auch unterwegs ist der Platz nicht ohne Schwierigkeiten. Vor allem die dicht stehenden,
moosbewachsenen Bäume bestrafen ungenaues Spiel, aber der alte Platz ist so schön, dass er sich durchaus mehrfach und problemlos zu Fuss geniessen lässt.

Wale und Vulkane

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Azoren speziell durch den Ausbau des Stützpunkts der Amerikaner auf der Insel Terceira zur wichtigen Basis auf dem Weg nach Europa. 1954 wurde praktisch direkt neben dem Truppenlager ein Golfplatz mit spektakulären Ausblicken auf den Atlantik gebaut. Von der Hauptinsel São Miguel ist man nach einem 40-minütigen Flug auf Terceira. Wem der Ausflug zu umständlich ist, der findet aber auch auf São Miguel weitere Attraktionen. So lohnen sich die Ausflüge zu den riesigen Vulkan-seen, speziell zum Lagoa das Sete Cidades. Die Azoren gelten zudem als Paradies für Taucher, und wer selber nicht nass werden will, kann von verschiedenen Inseln Bootstouren zur Wal- und Delfinbeobachtung unternehmen.

Text: Stefan Waldvogel, Chefredaktor Golfsuisse, Golfsuisse

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