Magisches Ägypten: Golf Nilkreuzfahrt und Besuch des Grand Egyptian Museums

Eine Reise, die monumentale Pharaonentempel, nostalgisches Flair auf einem königlichen Raddampfer und erstklassiges Golf vor den Pyramiden vereint – das ist Ägypten in seiner vielschichtigsten Form. Wer Geschichte und Sport gleichermassen schätzt, findet hier eine seltene Kombination aus Kultur, Komfort und unvergesslichen Golfrunden im Winter.
Der Nil gleitet langsam vorbei, das Ufer säumen Palmen und sandsteinfarbene Tempelruinen. An Bord eines historischen Raddampfers, der einst Könige und Präsidenten beförderte, erlebt man Ägypten auf eine Art, die an die grosse Zeit der Entdecker erinnert. Diese achttägige Nilkreuzfahrt führt von Luxor nach Assuan und zurück, verbindet klassische Besichtigungen mit kolonialem Ambiente und lässt sich anschliessend um fünf Golftage in Kairo erweitern – inklusive einem Besuch des neu eröffneten Grand Egyptian Museums.
Mit dem königlichen Raddampfer auf dem Nil
Das Schiff, die S/S Karim, wurde 1917 gebaut und diente später König Fuad I. sowie dessen Sohn Farouk. Noch heute wird es von der originalen Dampfmaschine angetrieben, die Schaufelräder am Heck drehen sich gemächlich durch das Wasser. An Bord herrscht eine Atmosphäre vergangener Zeiten: dunkles Holz, Buntglasfenster, eine Bibliothek mit Bänden aus dem 19. Jahrhundert und eine Lounge-Bar, in der man sich gut eine Dinnerparty der 1920er-Jahre vorstellen kann. Das Restaurant bietet Platz für 32 Personen, sodass alle Gäste gemeinsam speisen – eine intime, fast private Stimmung. Auf dem Sonnendeck gibt es einen Whirlpool, Liegen und eine Bar, während die untere Terrasse Schatten und einen ruhigen Blick auf das Ufer gewährt.
Die 14 Kabinen sind unterschiedlich geschnitten, von 12 bis 22 Quadratmeter, alle mit Blick auf den Nil, eigenem Bad, Klimaanlage und Minibar. Drei Royal-Kabinen verfügen über einen eigenen Balkon – ideal für den Morgenkaffee, während das Schiff an Tempeln oder Dörfern vorbeizieht.
Tempel, Gräber und Obelisken: das kulturelle Programm
Die Route folgt den klassischen Höhepunkten Oberägyptens. Nach der Einschiffung in Luxor geht es zunächst nach Esna, dann weiter nach Edfu. Dort steht der Horus-Tempel, einer der besterhaltenen Tempel des Landes, auf dem Programm. Weiter südlich liegt Kom Ombo mit seinem ungewöhnlichen Doppeltempel, der zur einen Hälfte dem Krokodilgott Sobek, zur anderen dem Falkengott Haroeris gewidmet ist. In Assuan besichtigt man den Hochdamm, den Philae-Tempel auf seiner Insel und den unvollendeten Obelisken im antiken Steinbruch. Eine Fahrt mit der traditionellen Feluke rund um die Inseln rundet den Tag ab.
Am sechsten Tag dreht das Schiff um und fährt zurück nach Luxor. Dort wartet das Westufer mit dem Tal der Könige, den Memnon-Kolossen und dem Terrassentempel der Hatschepsut, der sich in ein natürliches Amphitheater aus rosafarbenen Klippen schmiegt. Auf dem Ostufer folgen die gewaltigen Tempelanlagen von Karnak und Luxor, einst durch eine drei Kilometer lange Sphinx-Allee verbunden. Die Ausmasse von Karnak, über 13 Jahrhunderte von aufeinanderfolgenden Pharaonen erweitert, beeindrucken auch Reisende, die schon viel gesehen haben.
Wer möchte, kann am fünften Tag optional nach Abu Simbel fliegen, um die monumentalen Felsentempel von Ramses II. und Nefertari zu besuchen. Die Tempel wurden in den 1960er-Jahren versetzt, um sie vor dem aufgestauten Nassersee zu retten – eine technische Meisterleistung, die der antiken Baukunst in nichts nachsteht.
Golfverlängerung in Kairo: Pyramiden und drei erstklassige Plätze
Nach der Ausschiffung in Luxor fliegt man nach Kairo und bezieht für fünf Nächte ein Hotel am Nil – zur Wahl stehen das Sofitel Cairo Nile El Gezirah oder das Hyatt Regency Cairo West. An drei Tagen stehen Golfrunden auf dem Programm: im Allegria Golf Club, im Palm Hills Golf und im Newgiza Golf Club. Letzterer liegt in Sichtweite der Pyramiden – eine Kulisse, die man so schnell nicht vergisst. Die Plätze sind ganzjährig bespielbar, im Winter herrschen ideale Bedingungen mit milden Temperaturen und wenig Niederschlag.
Dazwischen liegt ein ganztägiger Ausflug zu den Pyramiden von Gizeh und zum Grand Egyptian Museum, das nach langer Bauzeit endlich seine Pforten geöffnet hat. Das Museum zeigt mehr als 100’000 Objekte, darunter die vollständige Grabausstattung von Tutanchamun. Die Präsentation ist modern, grosszügig und lässt die Exponate wirken, ohne sie zu überladen. Der Besuch dauert mehrere Stunden, eine deutschsprachige Reiseleitung erklärt Zusammenhänge und Hintergründe. Danach steht man vor den Pyramiden – und begreift, dass Fotos die Dimensionen nie richtig wiedergeben.
Praktisches zur Planung
Die Nilkreuzfahrt findet 2027 und 2028 zu vier Terminen statt, unter anderem im März, April und über die Jahreswende. Die Preise beginnen bei 3’050 Franken pro Person in der Zweibett- oder Kingsize-Kabine, Royal-Kabinen kosten ab 4’430 Franken. Inbegriffen sind Vollpension, alle Ausflüge, Eintritte und eine deutschsprachige Reiseleitung. Der internationale Flug, das Visum (rund 35 Euro, bei Einreise erhältlich) und die Auftragspauschale von 80 Franken kommen hinzu. Die Golfverlängerung wird individuell offeriert.
Wer eine solche Reise plant, sollte sich bewusst sein, dass die Route aufgrund von Schifffahrtsbeschränkungen angepasst werden kann. Die Reihenfolge der Besichtigungen variiert gelegentlich, aber alle Programmpunkte finden statt. An Bord ist Rauchen nur auf dem Sonnendeck gestattet, die Kabinen verfügen über Satellitenfernsehen, das allerdings nur im Hafen funktioniert. Die Atmosphäre ist ruhig, die Gruppe klein, das Tempo entspannt – eine Reise für alle, die Kultur nicht im Schnelldurchlauf abhaken möchten, sondern sich Zeit nehmen, um Details zu entdecken und nachzuklingen zu lassen.